Nach dem Titel ist vor dem Titel …

… unter diesem Motto muss man wohl diese Woche führen, in der für Borussia Dortmund nach dem Erreichen der achten Meisterschaft nun auch die Chance auf den Gewinn des DFB-Pokals hat und damit historisches erringen könnte. Das erste Double in der 103-jährigen Geschichte des Vereins ist zum Greifen nah. Allerdings sollte man das letzte Hindernis auf diesem Weg nicht vergessen, wartet als Gegner im Finale am morgigen Samstag niemand geringeres als der FC Bayern München … Vizemeister und CL-Finalist.  

Wenn mir irgendwer am Anfang der Saison erzählt hätte, wir würden den Titel verteidigen und im Finale um den DFB-Vereinspokal stehen, dann hätte ich Denjenigen wohl mit einem Lächeln gestraft. „Eigentlich nicht wiederholbar“ war meine Meinung zu der Saison 10/11 … zu schön, um noch einmal wahr zu werden, zumal einige Mannschaften im letzten Jahr mit deutlichen Start- und Dauerschwächen zu  kämpfen hatten. Das muss man einfach auch so darstellen: wir haben nicht nur gut gespielt, sondern auch ein wenig vom Pech der anderen profitiert. Ich werfe für diese Floskel einfach mal 5€ ins virtuelle Phrasenschwein, aber im Grunde genommen stimmt es so.

Anders in dieser Saison … so schlecht wie nie ein Meister zuvor gestartet, von den Medien schon zum Absturz des Jahres gekürt, doch dann gefangen und eine Serie hingelegt, die seinesgleichen suchen wird: 28 Spiele in Folge ungeschlagen und am Ende 81 Punkte – so viel wie nie ein Meister zuvor holte. Unfassbar stolz! 25 Siege bei nur 3 Niederlagen und das beste Ergebnis für einen Verein in einer Bundesligarückrunde. Dazu gesellen sich noch 80 geschossene Tore und 24 Aluminiumtreffer – beides Bestwerte in der Liga, obwohl ich auf den zweiten gern verzichtet hätte.

Was mir an dieser Spielzeit besonders an unsere Borussia gefiel, war der Wille alle Spiele erfolgreich zu beenden und immer noch was drauf legen zu können. Haben wir letztes Jahr einfach „nur“ schön gespielt, haben wir in diesem Jahr noch Ergebnisfußball und das Drehen von Spielen ins Repertoire aufgenommen. Eine gute Entscheidung wie ich sagen muss, da auch Spiele gewonnen wurden, bei denen man mal nicht deutlich überlegen war.

Doch bei all dem Erfolg in der Liga und im Pokal, muss man leider wieder anerkennen, dass die Früchte auf internationalem Terrain (noch) zu hoch hängen. Hier hat unsere Mannschaft Lehrgeld zahlen müssen und konnte Erfahrungen sammeln … mehr auch nicht. Schade, dass man dafür so in den Medien abgestraft wird, ist man doch nicht die erste Mannschaft, die in einer Vorrunde der CL als viertplatzierter ausscheidet. Das schaften auch schon andere deutsche Vereine … aber Hauptsache ist, man hat sich mal ein paar Wochen über uns lustig gemacht. 🙂 was soll’s … da steh ich drüber.

Der Saisonabschluss hält mit dem Finale Morgen noch mal einen echten Kracher bereit, aber das wird sicher immer so sein, wenn die beiden bestplatzierten Mannschaften der 1. Liga aufeinander treffen. Die Bayern werden heiß sein und brennen auf Revanche: 4 Niederlagen in Folge gegen den BVB dürften nicht spurlos geblieben sein. Und doch kann es sein, dass der FC Bayern München in seiner 18. Finalteilnahme nicht ganz frei im Kopf ist, steht doch nächste Woche das CL-Finale im eigenen Stadion für die Münchner an. Dazu auf jeden Fall Respekt! Hier muss ich eingestehen, dass ich es sehr begrüßen würde, wenn der Titel nach München geht. 🙂

Für Borussia ist es „erst“ das 5. Endspiel und schon einmal hatte man die Chance auf das Double, doch 1963 war es Uwe Seeler, der mit 3 Toren das Spiel für Hamburg quasi im Alleingang entschied. Da Borussia und der Pokal in den letzten Jahren, mit der Ausnahme 2008, zusammenpasst wie DO und GE, wäre es morgen schon eine Riesenchance, die man nutzen sollte. Dementsprechend wird sich Borussia sicher kampfstark und hochkonzentriert wie immer in diesem Jahr präsentieren. Ich bin sehr aufgeregt beim Gedanken ans Finale und hoffe auf ein packendes und spannendes Spiel, bei dem (Phrasenschweinalarm!) der Bessere gewinnen möge.

Auf das Berlin schwarz-gelb werde! Holt den Pott in den Pott!

Heja BVB! 🙂

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