L.A. Noire (Rockstar Games/ PS3)

Rockstar Games – ein Name, der bei vielen Spielern, sei es nun Konsole oder PC ein paar richtige gute Erinnerungen hervorruft: Ich werf‚ nur mal Grand Ttheft Auto und Max Payne in die Runde. Mit L.A.Noire überraschte Rockstar (Entwickler: Team Bondi) in diesem Jahr mit einem vollkommen anderen Spiel, bei dem sich vieles um Mord, Drogen, Brandstiftung, Autos und Frauen dreht. Aber wer hinter dem OpenWorld-Spiel ein GTA-Klon vermutet, wird nach kurzer Zeit eines besseren belehrt.

Als Kriegsveteran kommt unser Hauptdarsteller und Alter-Ego Cole Phelps zurück nach L.A., um sich dort im Polizeidienst seinen Unterhalt zu verdienen. Im Streifendienst angekommen geraten wir schnell an unseren ersten Mordfall, den wir dank Spürsinn auch gleich aufdecken. Und das, obwohl wir doch nur den Tatort untersuchen sollen. Und so sind wir mitten drin im Polizeialltag. In L.A. Noire spielen wir einen Polizisten, der sich durch lösen von Fällen in seiner Karriere hocharbeitet. Nach und nach erreichen wir so andere Aufgabenbereiche. Angefangen vom Streifendienst, geht es über Verkehrsdezernat, Mord, Sitte zur Brandermittlung. Die einzelnen Abteilungen halten ca. 4-5 Fälle unterschiedlicher Länge bereit.

L.A. Noire
Quelle: www.ign.com

Bekommt man einen neuen Fall zugewiesen, muss man meist zuerst den Tatort begutachten, an dem fast immer eine Leiche auf uns wartet … manchmal auch eine mehr. Am Ort des Geschehen müssen wir Beweise sichern und Hinweise finden. Anschließend geht man Hinweisen nach oder befragt Augenzeugen oder Verdächtige. Die Befragungen sind eine Besonderheit bei L.A. Noire: Dem Gegenüber werden Fragen gestellt und
anhand seiner Gesichtsreaktion, muss man erkennen, ob die Wahrheit gesagt wurde oder ob eine Lüge im Raum steht. Hat man passende Beweise, kann man die Lüge sogleich widerlegen. Stück für Stück fügen sich so die Hinweise zusammen und nach wenigen Minuten, bis hin zu Stunden kann man so, aufgelockert durch so mache Verfolgungsjagd und Schießerei, einen Hauptverdächtigen dingfest machen.

Die Fälle sind zwar in sich geschlossen, es entwickelt sich aber eine übergreifende Hintergrundstory mit Spannung und einigen Highlights. Zwischen den Missionen erfährt man durch Rückblenden einige interessante Dinge über die militärische Karriere Coles. Im späteren Verlauf des Spiels erkennt man, dass nicht immer jeder Verurteilte schuldig ist und Gut und Böse recht nahe zusammen liegen. Verrat und Korruption gehen hierbei ebenso, wie das auch zu dieser Zeit schon nicht ganz so sichere Rechtssystem der USA Hand in Hand. So erwartet den Spieler ein eher ungewöhnliches, wenn auch ergreifendes Ende. Die Charaktere der Story werden sehr gut in Szene gesetzt und kommen ebenso
authentisch rüber, wie das gesamte Setting des Spiels … Hollywood kurz nach dem Krieg im Jahre 1947. Autos, Menschen und Bebauung sehen nicht nur gut aus, sondern versetzen den Spieler direkt hinein in diese Zeit.

L.A. Noire
Quelle: www.ign.com

Am Umfang des Spiels ist bis auf die Tatsache, dass ein paar Fälle für DLC’s aus dem Spiel genommen wurden, nichts auszusetzen. Die 21 Fälle sind dank ihrer variablen Länge, abwechslungsreich und bieten allein schon recht viel Spielspaß. Nebenbei kann man sich (innerhalb der Fälle oder im freien Spiel) den Rockstar-typischen Sammelaufgaben stellen:

  • Filmrollen suchen (wir sind ja in Hollywood)
  • Sehenswürdigkeiten finden
  • alle erdenklichen Autos zu fahren
  • Straßenverbrechen lösen (kleine teils lustige Minifälle)
  • Zeitungen finden, die eine 2te Handlung erzählen und am Ende mit der Story vereinen

Die Grafik präsentiert sich ansehnlich, wenn auch nicht perfekt … Die PS3 kann deutlich mehr, allerdings darf man nicht vergessen, dass teils recht viel gleichzeitig dargestellt werden muss. Mir gefällt der Grafikstil gut … die Gesichtsanimation, vor allem der Befragten Personen sind schon schick, wirken aber gelegentlich steif. Sei’s drum … es sieht gut aus.

L.A. Noire
Quelle: www.ign.com

Beim Preis kann man nicht meckern … ich habe damals bei Erscheinen des Spiels 49,95 € für die PS3-Variante gezahlt. Ich finde, dass ist ein sehr gutes Preis-LeistungsVerhältinis für ein Konsolenspiel. Aktuell liegt es bei ca. 30 € für die PS3-Variante (LINK). Eine PC-Version ist in Vorbereitung.

Trotz einiger Logikfehler in den Verhören und der „komisch“ endenden Story, kann man festhalten, dass L.A. Noire ein gutes Spiel ist und auf einer Skala von 1-10 (10-top) meiner Meinung nach bei einer 7-8 liegt. Diese Einschätzung ist aber subjektiv und man sollte sich
schon gut überlegen, ob Krimi einem liegt, denn das Spielprinzip ist nicht für jedermann erquickend. Es ist eben kein GTA!

Mir hat dieses Spiel sehr gut gefallen … Schade das es wohl keinen Nachfolger geben wird, denn die Zusammenarbeit zwischen Rockstar und Team Bondi wurde beendet … aber man soll ja bekanntlich nie nie sagen. 🙂

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