Höllenfürst reloaded – Diablo 3 für PS3

Nicht bloß zu meiner Überraschung kündigte Blizzard Anfang 2013 eine Umsetzung ihres Action-Rollenspiels Diablo 3 für PS3 und XBox an. Mein erster Gedanke dazu war: „Dieses Spiel? Für Konsolen? Wie soll das funktionieren?“ Ich muss dazu anmerken, dass ich das Spiel bereits im Jahr zuvor für PC  erworben hatte, aber leider kein positiver Eindruck bei mir hängen blieb. Ich war also sehr skeptisch und dass nicht ohne Grund, aber dafür müssen wir ein wenig zurückblicken.

Wie erwähnt ist es schon eine Weile her, aber es war im Mai 2012,als ich nach langen Warten, dass man zweifelsohne als „sehnsüchtig“ bezeichnen konnte, endlich mein Exemplar von Diablo 3 in den Händen hielt und wirklich glücklich war, mich in den Kampf gegen die Dunklen Kräfte zu werfen.

Zumindest galt dies für eine Zeit lang, denn was recht schnell folgte war Ernüchterung, die in Enttäuschung gipfelte. Blizzard schaffte es das großartige Spielerlebnis, dass mir der Vorgänger geboten hatte, mit einigen Änderungen und Hindernissen fast vergessen zu machen.

Angefangen vom Kopierschutz, der eine permanente Onlineverbindung zu den Servern von Blizzard voraussetzte, über das mehr als mäßige Lootsystem, dass mir nie einen Gegenstand zu Tage förderte, der meinen Charakter weiterbrachte und als Krönung noch das Auktionshaus, in dem man die passenderen Dinge für Ingame- oder ECHTES Geld kaufen konnte. Ja, lasst die Melkmaschine laufen! Unfassbar!

Und nun sollte dieses Spiel für Konsolen erscheinen? Das konnte doch nur schief gehen, denn die Ausrichtung der PC-Version ging doch eher in Hardcore- statt Casual-Gamer. Wer viel Zeit investierte hatte sicher irgendwann das passende Gear oder zumindest das „Geld“ dafür, sich dieses zu leisten. Ich hatte diese Zeit nicht … Ich war frustriert, ich hatte keinen Spaß und hörte mitten im 3ten Akt auf … ich habe es am PC nie zu Ende gespielt. Es war ganz OK, aber mir fehlte einfach das gewohnte Diablo-Gefühl.

Im Übrigen war dies‘ mein letztes Spiel, dass ich mir für den PC kaufte … seit nun mehr 2,5 Jahren nutze ich die Playstation 3 als Spiele-Plattform. Diablo 3 sollte dabei lediglich eine Ausnahme bilden. Als PlayStation-Jünger verfolgte ich die Entwicklung der PS3-Version und war doch positiv überrascht von den ersten Berichten und Videos.  Und tatsächlich schien es so, als ob man aus den Fehlern, wenn man sie denn so nennen möchte, gelernt zu haben. Am Ende war ich so sehr davon überzeugt, dass ich mir das Spiel Anfang September nochmals für die PS3 kaufte … und ich bereute es nicht. 🙂

Doch fassen wir die Fakten kurz zusammen:

Die Story ist natürlich die gleiche, ebenso die spielbaren Charaktere und Schwierigkeitsgrade. Die Grafik ist PS3-typisch und kann nicht ganz mit der PC-Grafik mithalten, dennoch passt sie perfekt zum Spiel. Die Steuerung und das Inventar wurden konsolentauglich gemacht und können als sehr gelungen bezeichnet werden. Man kommt umgehend und ohne Probleme mit dem Controller als Eingabe klar … nahezu so, als ob es nie anders war. Um in hektischen Gefechten nicht die Kontrolle zu verlieren, wurde eine Ausweichfunktion eingebaut, die es ermöglicht, sich schnell per einfacher Stickbewegung aus Notlagen zu befreien.  Damit wird die Flexibilität der Maussteuerung am PC mehr als wettgemacht.

Die Kameraposition wurde gegenüber dem PC-Spiel geändert, so dass man nun näher am Geschehen ist, was allerdings auch zu Unübersichtlichkeit führen kann. Im alternativen Koop-Modus, der es 4 Spielern entweder an einer Konsole oder per Netz erlaubt zusammen zu spielen, zoomt die Kamera für mehr Sicht einfach heraus. Ich denke hier wurde ein guter Kompromiss gefunden, um die Action direkter an den Spieler zu vermitteln, ohne gänzlich an Sichtbehinderungen zu stoßen.

Das überarbeitete Lootsystem erzeugt weniger, aber dafür passendere Gegenstände. Diese können, so sie denn besser als die bereits angelegten sind, direkt per einfachem Tastendruck genutzt werden ohne ins Inventar wechseln zu müssen. Ebenfalls fällt auf, dass epische Gegenstände nun keine Seltenheit mehr sind. Zeitaufwändiges Farmen muss eben nicht mehr sein, macht nun aber dafür mehr Spaß. Der Wegfall des Auktionshauses und des Onlinezwangs runden das Gesamtbild der Veränderungen gegenüber der PC-Fassung ab.

Ich habe das Game auf allen vier Schwierigkeitsgraden gespielt, dazu noch den Hardcore-Modus ausprobiert und muss sagen, dass Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Hier wurde nicht einfach nur ein Spiel von A nach B portiert, sondern mit sinnvollen Änderungen fast schon ein eigenes Spiel geschaffen. Man merkt, dass die Ausrichtung der Konsolenfassung zum Gelegenheitsspieler hin orientiert ist und diesen auch mit Erfolgen und Spielspaß belohnt, ohne Zeit und Geld investieren zu müssen.

Ich bin sehr zufrieden mit diesem Spiel und muss im direkten Vergleich der Versionen sagen … es ist für mich definitiv das bessere Diablo 3. Danke Blizzard, dass ihr euch der Kritik dann doch noch gestellt und daraus gelernt habt. Ich freu mich schon auf das im kommenden Jahr erscheinende Addon „Diablo 3 – Reaper of Souls“, dass neben der PS4 auch noch auf der PS3 erscheinen wird. Falls jemand neugierig geworden ist und dem Höllenfürst mal so richtig vermöbeln möchte, greift am besten hier zu.

Ich bin dann mal wieder … back in hell. 🙂

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