Gran Turismo 5 – Fluch und Segen

Gran Turismo 5 gehörte zu den Gründen mich doch für eine PS3 zu entscheiden und war daher von Anfang an dabei. Nachdem ich nun ca. 96% des Spiels erfolgreich erfahren habe und dabei den ein oder anderen Frustmoment mein Eigen nennen konnte, möchte ich kurz darauf eingehen, warum GT5 ein gutes aber in meinen Augen nicht ganz perfektes Spiel ist.

Es sind eigentlich nur 3 Punkte, die ich an GT5 auszusetzen habe, doch sind es genau diese Dinge, die mir den Spielspaß hin und wieder eintrüben oder eintrübten. Fangen wir doch einmal mit dem doch sehr schwankenden Schwierigkeitsgrad an. Ich finde es prinzipiell gut, wenn Spiele nicht zu einfach sind und der Schwierigkeitsgrad im Verlauf eines Spiels ansteigt, doch bei GT5 weit gefehlt.

Sämtliche Rennen (mit wenigen Ausnahmen) im A-Spec- oder B-Spec-Modus gestalten sich dank großzügiger Autowahl oft denkbar leicht. Einfach ’nen schnellen Flitzer nehmen oder das Auto bis zum Umfallen pimpen und einen instant-win einfahren. Hier hätte man doch die Gegner an der eigenen Autowahl anpassen können, oder?

Die Lizenzfahrten und die Herausforderungen sind da teils schon ein ganz anderes Kaliber. Hier wiederum trifft „absolut einfach“ auf „Wie soll das denn gehen?“. Hier seien als negatives Beispiel die schweren Nascar-Prüfungen erwähnt, da diese durch nicht mehr abschaltbare Fahrhilfen verkompliziert wurden und somit eine absolut perfekte Fahrt erfordern. Ich habe diese erst nach unzähligen Versuchen zustande bekommen. 🙁

Leider kommt bei aller geforderten Perfektion, die man natürlich irgendwann erreichen kann, erschwerend hinzu, dass man immer für Anstoßen und „Abkürzen“ mit einer direkten und mit Frustpotential behafteten Disqualifikation abgestraft wird. Hier hätte ich mir gewünscht, dass einfach nur die gefahrene Zeit nicht mehr gewertet wird, aber ein Weiterfahren erlaubt ist und somit der Übung dienen kann. Ein gutes Beispiel hierfür ist die X2010-Challenge, bei der man mit nur ein paar gefahrenen Runden (freies Fahren ohne Disqualifikation) bereits Zeiten erreicht, mit der ein Absolvieren der Aufgabe auf Bronze möglich ist. Ich habe das so gemacht, nachdem ich nach vielen Stunden den X2010 für B-Spec-Level 35 erhalten habe. 🙂 Ohne diese Trainingsrunden, würde ich wohl immer noch verzweifelt versuchen, eine Runde sauber zu fahren.

Mein Zweites Problem liegt bei den Gegnern: Es ist mir bewusst, dass Künstliche Intelligenz (KI) nicht immer leicht zu implementieren ist, aber warum fahren die Gegner teils wie an der Perlenschnur gezogen über die Strecken und beharren selbst auf ihrer Linie, obwohl man schon fast mit der Motorhaube in der Fahrertür steht. Meist kommt man ja vorbei, aber es sieht sehr unschön aus, wie das gegnerische Auto quasi „weg katapultiert“ wird. Auf der anderen Seite kann man so den Gegner als Hilfsmittel in den Kurven nutzen … was wiederum die Rennen zu einfach macht. Aber auch bei der KI habe ich 2 absolute Negativbeispiele: zum einen das allseitsbeliebte Daytona-Nascar-Rennen, bei dem man von 10 Versuchen 9x vom Gegner in Kurven gedreht wird, weil dieser nicht einen Zentimeter von seiner Spur weicht und zum anderen das Formel GT – Rennen auf dem Nürburgring, bei dem irgendwie immer die ersten beiden Fahrer in der letzten Schikane in den Dreck fahren und sich drehen … und das in jeder Runde!?

Naja, hier hätte man vielleicht mehr Zeit investieren sollen, aber dafür haben wir ja gefühlte 1000 japanische Autos in der langen Fahrzeugliste von GT5. 😉

Der letzte Punkt sind für mich die Langstreckenrennen, auf die ich mich sehr gefreut habe. 24-Stunden LeMans oder Nürburgring klingen sehr verlockend, nur warum gibt es bisher keine Möglichkeit das Rennen zwischendurch zu speichern, um dann völlig entspannt am nächsten Tag, nächste Woche weiter zu fahren. Klar man kann pausieren (irgendwann sollte man ja auch schlafen, oder?), aber dann läuft die PS3 ja mehr als einen Tag im Dauerbetrieb. Ich halte das für sehr bedenklich, da die Playstation bei GT5 ohnehin schon sehr kühlintensiv arbeiten muss. Aber eine Speicherfunktion soll demnächst per Patch nachgereicht werden. Man darf gespannt sein.

Abschließend möchte ich aber klarstellen, dass mir GT5 trotz der kleinen Macken auf jeden Fall einen Riesenspaß macht und ich selten ein solch gutes Rennspiel gesehen oder gespielt habe. Grafikpracht, Spielspaß, Langzeitmotivation (sei mal dahin gestellt, wie auch immer die erreicht wird :-)) und die kontinuierliche Verbesserung des Spiels zeugen dennoch von einem besonderen Spiel. Vielleicht wird GT6 noch besser, aber es wäre doch auch langweilig, wenn wir nur perfekte Spiele hätten. 🙂

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