mein Fazit zu „Frank Schätzing – Limit“

„Geschafft!“ – war mein erster Gedanke, nachdem ich letzte Woche Frank Schätzings – Limit ausgelesen habe. Das Buch hatte mir ein Kollege empfohlen, also habe ich mir einige Rezensionen bei Amazon angesehen und erkannt, dass die Meinungen dazu doch auseinander gehen. Da dies aber immer im Auge des Betrachters liegt, gab ich dem Buch dennoch eine Chance, da ich eh mal was von Schätzing lesen wollte. An dieser Stelle möchte ich mein kleines Fazit ziehen.

Die Handlung spielt in der nahen Zukunft um das Jahr 2025 herum. Die Knappheit an fossilen Brennstoffen auf der Erde scheint durch das auf dem Mond entdeckte Element Helium-3 gelöst. Die USA und China wetteifern um die Vorherrschaft dieses neuen Energieträgers. Die Amerikaner haben dabei einen Vorteil, können sie doch auf die Förder- und Transportinnovationen des Orley-Konzerns, einer großen Technologiefirma, zugreifen. Doch mit dieser Situation scheint jemand ein Problem zu haben und so ist der Grundstein für einen politischen SciFi – Krimi gelegt.

Limit - Frank Schätzing
Quelle: www.amazon.de

Es entwickeln sich 3 Handlungsstränge mit ungleichen Setting, in denen die meisten Haupt- und Nebencharaktere anschaulich eingeführt werden. Anfangs fragt man sich schon, was ein Internet-Detektiv, der in Shanghai einen Kinderpornoring hochgehen lässt, eine scheinbar wild zusammengestellt aber finanziell gut sittuierte Reisegesellschaft auf dem Weg zum Mond und ein gescheiterter Mordanschlag auf einen kanadischen Ölkonzernmitarbeiter mit einander zu schaffen haben. Über die Geschichte selbst möchte ich hier nichts verlieren, da der ein oder andere es vielleicht selbst lesen möchte, doch der Nebel wird sich lichten. 🙂

Nach ca. 300 Seiten nimmt die Spannung so langsam Fahrt auf und ist bis zu einem bestimmten Punkt auch immer greifbar. Die Handlungsstränge fügen sich später gut in einander und man bekommt einen AHA-Effekt. Nach Überschreiten dieses Höhepunktes flacht das Buch merklich ab und hält ein zumindest für mich nicht überraschendes aber gutes Ende bereit.

Dass das Buch mit seinen über 1300 kleinbedruckten Seiten (gebundene Ausgabe) nicht gerade knapp ausfällt, ist nicht unbedingt ein Vorteil, ist aber dem sehr ausführlichen und detailgetreuen Schreibstil Schätzings anzulasten. Dieser zieht sich konsequent durch das ganze Werk und erzeugt dabei immer wieder Längen, die ein zügiges Voranschreiten der Haupthandlung erschweren. Detailierte Beschreibungen sind ja prinzipiell völlig in Ordnung, aber mehrere Seite zu verwenden, um einen Stadtteil von Shanghai zu beschreiben ist eben dann doch zu viel. 900 Seiten mit reiner Handlung hätten auch gereicht.

Sei es drum … Mir hat das Buch denoch sehr gut gefallen und ich würde es auch wieder lesen. Wer einen actionreichen Thriller erwartet, sollte lieber einen Bogen darum machen. Wer etwas Zeit mitbringt, den erwartet aber dennoch ein spannender SciFi-Roman mit interessantem Setting.

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