Die unschöne Seite des Meisterkampfes

Das es gerade spannend an der Spitze der Bundesliga zugeht, weiß jeder, der sich nur ein wenig dafür interessiert. Das der FC Bayern dabei teils eine sehr traurige Rolle einnimmt, möchte ich hier mal kurz anreißen. Eigentlich steht mir das sicherlich nicht zu als BVB-Fan über die ungelogen beste deutsche Fußballmanschafft zu reden, aber ich tue es trotzdem, denn was da in den letzten Wochen geboten wurde, ist definitiv unschön. Damit meine ich nicht die Spielweise der Bayern, denn das kann mir ja nur recht sein, es ist eher das Drumherum.

Wenn ich die Tabellensituation vor der Winterpause und mit dem aktuellen 23. Spieltag vergleiche, hat sich doch einiges getan. Der von den Medien umrühmte und mit 30 Punkten Vorsprung schon quasi als Meister gefeierte FC Bayern München hat auch für mich überraschend an den ersten Spieltagen der Rückrunde Einiges liegen lassen und findet sich nach einem durch die Medien gehypten Absturz nur noch auf Platz 2 der Tabelle wieder. Borussia Dortmund sonnt sich mit ein wenig Vorsprung derweil mal oben … schön, aber kein Anlass zu feiern. Wenn man nun Beobachter oder Fans der Bundesliga nach dem Warum des „Absturzes“ fragt, bekommt fast überall die gleichen Antworten: sie spielten einfach nicht gut. Doch sehen das alle so?

Schuld sind immer die anderen …

Wer ist eigentlich daran schuld, wenn man ein Fußballspiel verliert. Nun man könnte denken, dass die eigene Leistung vielleicht nicht den Ansprüchen genügte, die man vor einem Spiel hatte. Aber weit gefehlt. Wenn man diese Einsicht nicht an den Tag legen kann und einen gewissen Hang zur Überheblichkeit hat, muss man die Fehler irgendwo anders suchen.

Ich finde es immer noch unfassbar, wenn man nach einem Bundesligaspiel, in dem man nicht überzeugen konnte, sich hinstellt und den Rasen kritisiert. Eben jenen Rasen, auf dem zwei Wochen zuvor der BVB gegen den HSV mit 5:1 gewann. Gut die Hamburger waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig ins Laufen gekommen, aber immerhin der Rasen war der selbe. Über Rasen sollte man sich nur beschweren, wenn man gewonnen hat. Dann wirkt es eben auch nicht so lächerlich.

Vor 2 Wochen dann das Kapitel mit den ach so bösen Schiedsrichterverfehlungen gegenüber dem FC Bayern. Was ist da denn los Herr Rummenigge? Wenn sich wirklich jemand beschweren darf, dann sind das für mich die Teams, bei denen die Abstiegsangst umgeht. Wenn wir dann noch die „Wahre Tabelle der Liga“ hernehmen, die alle Spieltage mit korrigierten Fehlentscheidungen wertet, stellt man fest, dass München wohl noch 2 Punkte zu viel hat. Man muss aber auch anerkennen, dass nach diesen Tabellen München ein paar mal mehr Meister geworden wäre, was zur aktuellen Beurteilung der Schiedrichterleistungen in der Rückrunde nicht zur Diskussion steht. Mit Schiedsrichterentscheidungen müssen alle leben und man darf sich auch darüber beschweren, aber breit in die Öffentlichkeit treten und als Ausrede für schlechte Ergebnisse hernehmen, gehört sich nicht. Das gilt für alle, egal für welchen Verein.

Ablenkungsmanöver, wo es nur geht …

Findet man in der nähreren Umgebung keinen mehr, den man mit Schuld bewerfen kann, schaut man halt mal auf die Tabelle. Ach stimmt, oben steht ja Borussia Dortmund. Haben wir da nicht noch eine Leiche zum Auftauen im Keller? Bingo! Und so kam es dann auch, dass man eben mal beiläufig erwähnte, dass dem BVB kurz vor dem Ruin mal schnell mit einer kleinen Finanzspritze unter die Arme gegriffen wurde. Ohne Ironie: sehr ehrenwert, aber dabei sollte man es doch unter Geschäftsleuten auch belassen und zurückbezahlt ist es auch schon lange. Warum dann so was nach außen kommuniziert? Brennt bei euch so der Baum, dass ihr die Medien in die andere Richtung schickt, damit diese die frauenkirchenhohe Rauchsäule nicht sehen? Unfassbar.

Ach ja, und die „Tatsache“, dass der BVB zugunsten der Bundesliga aus der Champions League ausschied, ist ja auch mehr als sinnfrei konstruiert, oder? Wie kommt man auf so einen Schwachsinn. Na klar … wir verzichten freiwillig auf Prämien und Einnahmen. Hust. Nun gut, wer sich immer auf drei Hochzeiten vorne sieht, muss aber auch damit Leben, dass der Erwartungsdruck an sich selbst sehr hoch ist. Aber wenn es dann nicht läuft, werden die angezählt, die es ja viel einfacher haben, wenn sie unter der Woche nicht spielen müssen. Wer will denn hier 3 Titel? … nicht jammern, sondern ordentlich spielen.

Sitzt der Stachel schon bei 4 Punkten Rückstand auf die Spitze schon so tief, dass man immer wieder in Richtung Konkurrenz austeilen muss. Es sind noch 11 Spiele … in Worten „elf“, dazu ein Pokalhalbfinale und das Rückspiel in der Champions League. Andere würden sagen, dass da noch alles drin ist. Nicht so beim FC Bayern München! Da grassiert die nackte Angst, dass es wieder nix mit einem Titel wird. Da wird nach Ausreden und Möglichkeiten gesucht eine Krise abzuwenden oder das Augenmerk auf die Gegner zu lenken. Nun gut, hat leider nicht geklappt: seit dem 0:1 gegen Basel ist dann auch bei allen angekommen, dass die Bayern ein kleines Formtief (Deckname: Krise) hatten, aus dem sie sich mit einem „Befreiungsschlag“ gegen Schalke wohl rausgeballert haben.

Na mal sehen … Leverkusen spielt am Freitag sicher etwas gefälliger als Blau-Weißen.

Einfach mal nur auf sich selbst schauen: nicht abheben, wenn es gut läuft und wenn es eben nicht läuft an der eigenen Nase packen, zusammenraufen und weiter geht’s. Und nicht immer andere in die eigenen Probleme mit reinziehen. Selbsterkenntnis hilft jedem. Ich freue mich weiterhin auf einen spannenden Meisterkampf und wenn die anderen nicht wollen, solls mir auch recht sein. Ich weiß nur eins … meine Borussia spielt wieder eine geile Saison und das Ziel europäisch sollte auf jeden Fall drin sein, egal ob uns andere das gönnen oder neiden. 🙂

Ich weiß, dass ich sicher einige eine andere Meinung dazu haben. Nun gut, das war meine und wenn sie euch nicht passt, dann löscht sie eben aus eurem Kurzzeitgedächtnis.

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